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FOTOGRAFIE MIT TIEFENWIRKUNG

Dreißig Jahre radikale Dokumentarfotografie von Miron Zownir

Künstlerhaus Mousonturm | Waldschmidtstr. 4 | 60316 Frankfurt am Main
10. Mai – 1. Juni 2008

Dort, wo bis Ende der sechziger Jahre noch Produkte wie Rosenpomade oder Lavendelwasser hergestellt wurden, werden nun schon seit beinahe zwanzig Jahren die Sinne mit Kunst aus allen Disziplinen betÖrt.
In der Galerie Station im Mousonturm, der mit seiner HÖhe von 33 Metern Mitte der zwanziger Jahre als erstes Frankfurter Hochhaus auf dem damaligen Gelände der Seifen- und Parfumfabrik Mouson errichtet wurde, kuratiert Annette Gloser seit Dezember 2002 Ausstellungen der bildenden Kunst. In diesem Frühjahr präsentiert die Mitbegründerin der Künstlergruppe Muttertag und den Galerien Gartner’s und Fruchtig in Frankfurt/Main eine Werkschau aus dreißig Jahren radikaler Dokumentarfotografie von Miron Zownir.
Miron Zownir gilt als Underground-Ikone und als einer der großen existentialistischen Fotografen unserer Zeit. Ende der siebziger Jahre fotografierte Zownir in Berlin und London die aufkommende Punkbewegung und ihr LebensGefühl zwischen Anarchie und SelbstzerstÖrung. 1980 emigrierte er in die USA und portraitierte - weiterhin expressionistisch schwarzweiß - den alltäglichen Wahnsinn: Die Hoffnungslosigkeit der Bowery, die ungezÜgelte Lust der Gay-Parties und den Protest der Künstler gegen die Kommerzialisierung Manhattans. Mitte der neunziger Jahre führte ihn ein Auftrag in die ehemalige Sowjetunion, dort widmete er das Thema um und dokumentierte statt der neureichen Hautevolee in St. Petersburg und Moskau den sozialen und moralischen Verfall der postsowjetischen Gesellschaft.
Zownir gelingt es in seinen Aufnahmen eine geheimnisvolle Zeitlosigkeit zu erzeugen, die den Betrachter über die Realität hinausführt. Seinen Bildern kann man ebenso wenig ausweichen, wie Zownir seinen Sujets auswich. „Misfits“ und Träumer sind seine Champions, Zownir ihr radikaler Poet. Er knüpfe dort an, wo Diane Arbus und Weegee aufgehört haben, sagen viele. Zownir selbst zitiert zu seiner Arbeit aus Kafkas „Schloss“: „Hat man die Kraft, die Dinge unaufhÖrlich, gewissermaßen ohne Augenschließen anzusehen, so sieht man Vieles. lässt man aber nur einmal nach und schließt die Augen, verläuft sich gleich alles ins Dunkel.“

Die Exponate sind für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.

Zur Vernissage wird der Dokumentarfilm „ZOWNIR – Radical Man“ (2006, 60 Min.) von Mark A. Littler gezeigt.

©  www.no-art.info/zownir/shows/2008-05-09_frankfurt.html