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BRUNO S.: DIE FREMDE IST DER TOD

60 Minuten, color | Virus Film, Berlin 2003

Der Film entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Kameramann und VideoKünstler Phillip Virus, der in den vergangenen Jahren zahlreiche Musikvideos, u.a. mit Alec Empire oder Dinosaur jr.-Sänger J. Mascis produzierte und kÜrzlich mit seinen Aufnahmen aus der JVA Wittlich, wo sich der RAF Gefangene Holger Meins einst zu Tode hungerte, in Gerhard Konrads Film Starbuck für klaustrophobische Beklemmung sorgte. In Bruno S. Die Fremde ist der Tod begleitete Phillip Virus den Regisseur Miron Zownir und Bruno S. nicht nur als Kameramann, sondern auch als Produzent.

PLOT: Durch seine Rolle als Kaspar Hauser in Werner Herzogs Film Jeder für sich und Gott gegen alle wurde Bruno S. – dessen Leben sich lange in Heimen, psychiatrischen Anstalten und Obdachlosenasylen abgespielt hatte – 1975 als Schauspieler in Europa und Amerika bekannt. Endlich schien Bruno damit der Ausbruch aus seiner Schattenwelt gelungen zu sein, in der er bis dahin nichts anderes verkÖrpert hatte, als einen nicht für voll genommenen Narren. – während das Ausland Werner Herzog als „GrÖßten nach Fritz Lang“ bejubelt, warf man ihm dagegen in Deutschland vor, Bruno S. in seiner Vorliebe für charak-terliche Sonderlinge ausgenutzt zu haben. Ein Jahr später besetzte Herzog die Hauptrolle in Stroszek wieder mit Bruno, dem er nach eigenen Aussagen damit „ein Monument setzen“ wollte. Ein Monument, dass der Regisseur nach Abschluss der Dreharbeiten allerdings selbst recht bald vergaß. – Als Miron Zownir Mitte der neunziger Jahre nach fünfzehnjÄhriger Emigration aus Amerika nach Deutschland zurückkehrte, traf er in Berlin auf Bruno S. und fotografierte ihn für sein Bildband Radical Eye (Die Gestalten Verlag, Berlin). Dass Brunos schnellem, kurzem Ruhm lange Jahre der Einsamkeit folgten, in denen er versuchte als Hinterhofmusikant und Maler seiner Kunst treu zu bleiben, war für Zownir Anlass genug in Bruno S. – Die Fremde ist der Tod sein Leben zu beleuchten. – EinfÜhlsam erÖffnet er dem Zuschauer Brunos Gedankenwelt. Die Distanz, die Bruno zu sich findet, wenn er in der dritten Person von sich spricht, scheint ihm zu helfen, die vielen Verletzungen seiner Seele von außen zu betrachten. Es gibt viele Wunden, die die Zeit nicht heilen konnte. In den Liedern, die er seit Jahrzehnten als Hinterhofmusikant durch Berlin trägt, findet er sein Leben ganz genau beschrieben. In seinen Träumen und Visionen, die er in verwandtschaftliche Beziehungen mit dem Tod und Schlaf setzt, trifft er auf Mitglieder seiner eigenen Familie, in der er nicht aufwachsen durfte. – Die Zitate, welche Zownir für seinen Film aus Brunos TageBüchern und Notizen auswählte, verleihen der Summe seiner falschen Hoffnungen Poesie, auch wenn sie schonungslos und brutal sind. „Es gibt viele Fragen, die schwer zu beantworten sind“, sagt Bruno. Trotzdem stellt er sich ihnen in einer für ihn ungewöhnlichen Offenheit. Er legt sein Misstrauen und seine Verschwiegenheit ab und begibt sich zusammen mit Miron Zownir und seinem Kameramann Phillip Virus auf die Suche nach den Spuren, die sein Leben hinterlassen hat. – So entsteht in Bruno S. – Die Fremde ist der Tod das Portrait eines kleinen Mannes von spürbarer GrÖße, der allen Benachteiligungen zum Trotz und ohne fremde Hilfe seinen eigensTändigen Weg gefunden hat. Dennoch blieb Bruno selbst in der Heimat ein ewig Fremder und enttarnt jede Hoffnung auf Anerkennung und Glück als Illusion der Vergangenheit.

Produktion: Virus Film, Friedelstr.29, D-12047 Berlin (Germany)

Pressebetreuung: Phillip Virus, Telefon + Fax 0049-30-627 34 311, e-mail: virus@hotmail.com

Icon Film, Am Malzbüchel 1, D-50667 Köln (Germany), Tel. 0049 221322 05

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