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Ausstellung

PLAKART - Kunst auf der Strasse

vom 29. Juni bis 9. Juli 2007 in Braunschweig
Plakart 2007, KatalogMeseck/Wall: Wir sündigen für Dich, 2007Meseck/Wall: SÜndige für mich, 2007
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EN PASSANT: Grossflächige Kunstwerke an Bahnbrücken, Ausfallstrassen oder vor Bauzäunen reissen graue Großstadtmauern auf, öffnen Fenster, überraschen einen Moment und bieten Ausblicke auf eine Kunst, die im Alltag oft kaum wahrgenommen wird: Plakatkunst, die durch die Kraft ihrer Bilder überzeugt. Fotografien, Grafiken und Graffiti zitieren durch ihre Plakativität die schreiende Sprache der Werbung. Jedoch ihre Message bleibt stumm. Das Fehlen von Slogans lässt Freiräume zur Interpretation. Die Stille lädt den Vorbeieilenden ein zum Weiterdenken, zur Projektion, zur Tagträumerei. Das Konzept spielt bewusst mit dem Bruch zwischen der rauhen Wirklichkeit des Alltags und den traumhaften Spielräumen der Bilderwelten.

OPEN AIR GALERIE: 30 ausgewählte Plakatwände an Braunschweiger Straßen, Baulücken und Bahndämmen, die aufgrund städtebaulicher Erfordernisse oder temporärer Prozesse wie Bauarbeiten wenig attraktiv erscheinen, werden zu Schaufenstern der Kunst. Die bunten Bilderwelten treten in Opposition zur Unwirtlichkeit der Stadt; sie durchbrechen die Tristesse des Stadtraums und schaffen Foren zur öffentlichen Auseinandersetzung mit Kunst.
Überdimensionalität und Wahrnehmung in Bewegung kennzeichnen Produktion und Rezeption von Kunst im öffentlichen Raum. Vom Auto aus wahrgenommen oder en passant betrachtet ist ihr Angebot zugleich barrierelos, unaufdringlich, aber trotzdem von emotionalem Potenzial. Straßenkunst erreicht ungeachtet des Bildungsgrads, des Alters, des Geschlechts oder der Nationalität alle Bevölkerungsschichten. Sie erfreut oder schließt Türen auf für die Auseinandersetzung mit Kreativität: Oft ist Graffiti für jugendliche der erste Einstieg in die Freie Kunst.
Straßenkunst an öffentlichen Orten bietet eine Lösung für den Umgang mit wildem Plakatieren und Graffitis. Diese Kunst — konstruktiv genutzt — erhöht die Aufenthaltsqualität des Stadtraums, fördert den Dialog über Ästhetik zwischen jung und Alt und reagiert auf das Bedürfnis der Kunst nach öffentlicher Selbstdarstellung. Sie wird zum Aushängeschild der künstlerischen Produktivität und Dynamik einer Stadt, die mit der HBK als bekannteste Kunsthochschule in Niedersachsen und dem Fachbereich Architektur an der Technischen Universität, Vorreiter für Kunst- und Kulturproduktionen in der Metropolregion ist.

INSIDE OUT: Die Aktion INSIDE OUT kehrt das kreative Potenzial, das täglich in Ateliers, Zeichensälen, Design- und Architekturbüros oder auch im Privaten geschaffen wird, nach außen auf die Straße. Die Aktion stellt diese versteckte Kreativität unbürokratisch vor. INSIDE OUT versteht sich als PUSH-Aktion, die sich im Umfeld der Aktivitäten von Braunschweig als Stadt der Wissenschaften 2007 ansiedelt. Sie macht die angewandte, bildschaffende und gestaltende Kunst zum Alltagserlebnis; die Begegnung mit ihr ist niedrigschwellig: Jeder hat die Gelegenheit sich mit ihr unterschiedlich intensiv zu beschäftigen.
Das Projekt hat Vorbilder wie die amerkanischen Initiaven der Billboard Generation oder Aktionen des Künstlers Jim Avignon, der in den 90er Jahren unter anderem mit seinen Crazy posters against boredom, die Kunst aus den Galerien geholt und für die Allgemeinheit interessant gemacht hat.

Inside Out — Projektleitung: Steffi Klode und Verena Meier, Braunschweig

Öffentlichkeitsarbeit: K+K-Ruth Fischer, Braunschweig

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