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Naomi T. Salmon | NO!art involvement <<< | >>>
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ISRAEL-BOX: GESCHICHTE LERNEN AUS SOUVENIRS

von Jutta Berger, Hohenems 1999

Publiziert in: DER STANDARD, Dienstag, 29. Juni 1999, Seite 12 Bildung

Telefonwertkarten, Streichholzschachteln, Flaschenöffner. Die Fotokünstlerin Naomi Tereza Salmon macht Alltagsgegenstände zu Souvenirs, lässt sie Geschichten erzählen. über Menschen, Politik und Geschichte ihrer Heimat Israel. MuseumspädagogInnen haben zum Fotoessay "Black Box. Souvenir aus Israel" ein Materialienpaket für Schulen entwickelt.

Die "Souvenir Israel Box" ist eine beinahe spielerische Annäherung an ein ungewöhnliches Land. Im Rahmen der Sommerausstellung des jüdischen Museums Hohenems zeigt Naomi Tereza Salmon erstmals das Ergebnis ihres zweijährigen Fotoprojekts: 150 Fotografien von Souvenirs aus Israel, gesehen mit ironisch-distanziertem Fotografinnenblick. Souvenirs im üblichen Sinne, wie die Schneekugel aus Masada oder die Blechdose mit Luft aus dem "Heiligen Land" machen nur einen kleinen Teil der Sammlung aus. Die Hauptrolle spielen Alltagsgegenstände Feuerzeug, Kugelschreiber, Radiergummi werden zu Zeugen des hochpolitisierten israelischen Alltags, geben Einblick in religiöses und kulturelles Geschehen. Alltägliches wird durch die "Black-Box" zum Erinnerungs- oder gar Beweisstück. Museumspädagoge Bruno Winkler: "Souvenirs sind Selbstbilder eines Landes, aber auch des Betrachters." Griffige Botschaften 32 der Fotografien hat ein Team aus MuseumspädagogInnen aus Hohenems und Innsbruck in die "Box" gepackt. Die kleinformatigen Bilder (15 x 15 cm) im praktischen Kartonschieber sind als Präsentations- und Arbeitsmedien gedacht. Jedes der Bilder wurde mit einem "Steckbrief" versehen. Fundorte werden genannt und erklärt, Aufschriften übersetzt, Hintergründe geliefert. Dazu gibt es Hinweise zu vertiefender Lektüre im "Handbuch zu Israel", in der beiliegenden Sammlung von Zeitungsartikeln und Websites.

Ganz bewusst möchte Bruno Winkler "schnelle, einfache, griffige Botschaften" vermitteln, bei der Beschäftigung mit der Souvenir Box soll erst gar nicht das Gefühl aufkommen "jetzt lerne ich". Die Box entstand im Auftrag der Abteilung für Politische Bildung im Unterrichtsministerium und ist dort sowie im jüdischen Museum Hohenems zum Preis von S 365.- erhältlich.

© www.no-art.info/salmon/presse/1999_berger.html