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Blalla W. Hallmann | NO!art involvement <<< | >>>
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DER Künstler GREIFT ZUM PINSEL ...

 KUNSTWERK NIPPES | Baudristr. 5 | 50733 Köln | 2.3. - 7.4.2013
Öffnungszeiten: Do-Fr 15-19 Uhr Sa 11-15 Uhr | Telefon 0221-7328497
Blalla W. Hallmann | Einladungskarte | Kunstwerk Nippes, Köln 2013

Blalla W. Hallmann ist ein Radikaler. Einer, der über Grenzen hinaus spuckt – und jedes Mal trifft. Ein Zauberer, der unsere Welt in Himmel und Hölle verwandelt – und sie dadurch erst recht als unsere Welt entlarvt. Ein Originalgenie im schönsten, zwiespältigsten Sinn.
Einundzwanzigjährig malt er wunderbar ausgewogene Bilder, mittig zwischen Kinderzeichnung, Ikone und Akademie. Auch als reifer Künstler gibt er die Scheinnaivität dieser dunkel leuchtenden Drachen, Engel, Blumenteppiche und Urwälder nicht auf. Aber er reichert sie mit einer stupenden Fähigkeit zu Komposition, Räumlichkeit, Lichtführung an. Er arbeitet, Schub um Schub, die fränkische Gotik, Grünewald, Bosch, Goya, Runge, Ensor, Rousseau, Grosz in sein Werk. Er pflegt mit der Kunstgeschichte souveräneren Umgang als je ein postmoderner Zitatenkoketteur. Er macht sich in der Welt klassischer Weltenlandschaften breit und kommt, nein, will nicht los von der manischen Fixierung auf Christgeburt, Abendmahl, Kreuzigung, Himmelfahrt, Heilige Dreifaltigkeit.
Er ist ein Traditionalist aus schierer Aggression. Blalla macht Malerei und Zeichnung für psychische Risikozonen porös, aus denen produktive Wut, visionäres Entsetzen, halluzinierter Wahn eindringen. Doch er überführt den paranoischen Zwang zu Symmetrie, Spiegelbild, Hierarchie, Repetition in eine höchst bewusste, kritische, narrative Reflexion. Er kennt den Abgrund vom eigenen Absturz her, aber der Schock von innen entlädt sich in die Fülle der äußeren Wirklichkeit. Blalla bürdet dem naiven Gestus ganze Philosophien über den Zyklus von Geburt, Folter- und Leichenkammern, Todesmühlen auf. Einige Bilder aus den 1980er Jahren sind Weltenlandschaften aus KZ-Horror, Inquisition, Bigotterie und rosa überwolktem Voralpenland: ein Theater der Grausamkeit, infernalische Tableaus – und doch fast komödiantisch, ja parodistisch inszeniert. Blalla erkennt darin keinen Widerspruch, sondern die Doppelbödigkeit und Tucke einer idyllisch verlogenen Welt. Am Gegenpol leuchten Bilder mit Flügen in ein Gläsernes Licht, Trapezkünstler und Seelenschmetterlinge in einem circensischen Ballett. Auch das findet Platz in Blallas poetischer Ironie.

Quelle: Manfred Schneckenburger:Eine engelhafte Kunst, Teufel zu malen. Katalog Museum Ostdeutsche Galerie, Regensburg, 1996

Blallas Handschuhe sind im Atelier
seines Freundes liegen geblieben,
eine kuriose Hinterlassenschaft
eines außergewöhnlichen Künstlers.

Die Galerie Kunstwerk Nippes
zeigt AUSGEWÄHLTE Arbeiten
von Blalla W. Hallmann
aus Privatbesitz.

PRESSE

Blalla W. Hallmann, "der Künstler greift zum Pinsel"

Publiziert in: PRINZ Köln am 1.03.2013

Blalla W. Hallman | MalereiImmer wieder setzte sich der 1997 verstorbene Künstler Blalla W. Hallmann in seinen Arbeiten mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust auseinander, angetrieben von einem tiefen Misstrauen an einer zivilisierten und humanistischen Nachkriegsgesellschaft. Von der Inquisition bis hin zum industriell perfektionierten Massenmord der Nazis hatte die Menschheit es in seinen Augen nicht geschafft, die Gewaltexzesse hinter sich zu lassen und so sah Blalla die Welt als ein System, dass sich wieder nur auf Ausbeutung, Unterdrückung und Vernichtung anderer aufbaute. Sein Œuvre bestehend aus Malerei, Radierung, Linolschnitt, Objekten und Skulpturen vereint jene tiefen gesellschaftlichen Zweifel des Künstlers. Der Betrachter wird in eine apokalyptische Welt hinabgerissen, die von beängstigenden alptraumhaften Szenarien bevölkert wird. Damit steht Blalla W. Hallmann ganz in der Tradition klassischer Meister von Hieronymus Bosch über Matthias Grünewald bis hin zu Franscisco de Goya. Mit der Ausstellung Blalla W. Hallmann, "der Künstler greift zum Pinsel" erinnern wir an den 1997 verstorbenen Ausnahmekünstler. "Das Leben ist wie ein Ritt über den Bodensee" titelte er 1986 eines seiner Bildwerke, was rückblickend betrachtet als Synonym für sein Leben und Schaffen steht.

© http://www.no-art.info/hallmann/shows/2013_kunstwerk-nippes.html