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Blalla W. Hallmann | NO!art involvement DE | EN
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M E M O
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W E R K E
† NACHRUF

N O ! a r t  ist
die strategische
Kreuzung,
auf der sich
künstlerische
Produktion und
gesellschaftlich
kulturelle Aktionen
begegnen.

LURIES TESTAMENT
mail
 

Geboren im März 1941 in Quirl im Riesengebirge. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie aus Oberschlesien vertrieben und kam über verschiedene Lager nach Emsdetten ins Münsterland. Eine Zeitlang wohnten sie in einer Baracke, in der während der nationalsozialistischen Herrschaft Zwangsarbeiter untergebracht waren. Schon in der Schule fiel das Zeichentalent Hallmanns auf. 1950 starb sein Vater nach zweijähriger Bettlägerigkeit an den Folgen von Kriegsverwundungen. Nachdem er schon als Jugendlicher unter Anregung eines Malers seine zeichnerischen Fähigkeiten entwickelte, wurde er 1957 als Sechzehnjähriger zum Probestudium an der Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen. Nach einem Jahr wurde er wieder nach Hause geschickt und begann darauf hin eine Lehre als Maler und Anstreicher. 1960 kam er an die Kunstakademie in Nürnberg, wo man ihn wegen seiner unakademischen Bilder den Namen Blalla verpaßt. Auf einer Parisreise Anfang der 60er Jahre wurde er in seiner Ansicht bestärkt, daß Kunst eher bei den sogenannten Naiven zu finden ist, als im akademischen Lager. Zweiundzwanzigjährig schläft er erstmals mit einer Frau. Nach beendetem Kunststudium gründet Hallmann mit Studienkollegen im Frühjahr 1965 ein Wandertheater, aus dem später das "Hoffmanns Comic-Theater" wurde. 1967 geht er für mehrere Jahre nach San Francisco, wo er unter anderen den Underground-Zeichner Robert Cromb kennenlernte, einschneidende Erfahrung mit Drogen machte und einer Lehrtätigkeit an der Universität von Kalifornien nachging. 1969 kehrte er nach Deutschland zurück. Völlig aus dem Tritt gekommen, verbringt er einige Monate in einer psychiatrischen Anstalt. In den folgenden Jahren blieb er trotz zwischenzeitlichen Aktivitäten an der "Kunstfront" in seiner Verzweiflung zwischen Psychopharmaka und Psychiatrieaufenthalten gefangen. Tabletten und Alkohol, Selbstmordversuche begleiten sein künstlerisches Arbeiten, in dem er ebenso wenig Normalität gab wie in seinem gelebten Leben. Nach zahlreichen Umzügen begann er Anfang der 80er Jahre, sich in sogenannten "Horrorbildern" seinen Ekel von der Menschheit von der Seele zu Malen. 1982 zog er nach Brühl, 1984 nach Köln. Dort, im Boom der Neuen Wilden Malerei, fand auch seine eigenwillig drastische Malerei breite Anerkennung. Wilder als die Wilden und zugleich malerisch sorgfältiger blieb er allerdings ein künstlerischer Außenseiter. 1992 verließ er Köln. Er versuchte in Berlin Fuß zu fassen, um dann 1994 nach Windsbach bei Ansbach zu ziehen, wo er am 2. Juli 1997 im Alter von 56 Jahren starb. (aufgeschrieben von Jürgen Kisters)

BIBLIOGRAPHIE (Auswahl):
Kruse, Dorothee und Tom Jacobi, Kunst aus deutschen Landen in: STERN, Nr. 32, 1984
Fotoreportage in: FOTOGRAFIE - Kultur jetzt, Sonderheft Erotik, Nr. 360, 1984/85
Nachschlag zur Schöpfung, Köln 1985 (Promethverlag)
Hessisches Landesmuseum, Tiefe Blicke - Kunst der achtziger Jahre, Darmstadt 1985
Rump, G.G., Künstlerportrait in: KUNST Köln, Nr. 3, 1985
Kiefer, Kaspar, Künstlerportrait in: NOEMA Artmagazin, Nr. 10, 1987
Raap, Jürgen, Olympiade der Grausamkeiten, in: KUNSTFORUM International, Nr. 95, 1988
Monographie in: APEX, Nr. 10, 1990
Fotoreportage in: APEX, Nr. 13,1991

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