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PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS

Christuskirche Bochum / Rathaus | 44787 Bochum-Zentrum
Eröffnung: 11. Dezember 2015 um 17 Uhr

Lieber Dietmar Kirves,

am 11. Dezember 2015 ist es soweit. Der Platz des europäischen Versprechens wird eröffnet. Sie sind ganz herzlich eingeladen, denn Ihr Versprechen hat den neuen Platz im Zentrum von Bochum möglich gemacht.

Über zehn Jahre hat die Realisierung gedauert. Europa hat sich in dieser Zeit verändert, wie schon so oft in seiner Geschichte. Was bedeutet das für Ihr Versprechen, und die der 14.726 Teilnehmer aus ganz Europa, deren Namen in Stein graviert nun den Platz des europäischen Versprechens füllen?

Gleich ob Sie sich an Ihr Versprechen erinnern – wie allen anderen Besuchern wird der Platz auch Ihnen eine Frage stellen: Was ist heute dein Beitrag? Was trägst du heute zur Zukunft bei? Der Platz des europäischen Versprechens ist ein Platz für die Versprechen von heute.

Mit herzlichen Grüßen, 

Platz des europäischen Versprechens
Eröffnung am 11. Dezember 2015, 17 Uhr
Christuskirche Bochum / Rathaus
44787 Bochum-Zentrum

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PRESSE

MEIN EUROPÄISCHES VERSPRECHEN | Rezension von Hannes

Veröffentlicht in: Blogparade am 30. November 2015
Quelle: http://www.jazzblog.de/jazzlounge/2015/11/blogparade-mein-europaeisches-versprechen/

Europatag 2008 auf dem künftigen Platz des europäischen Versprechens. Foto: Sabitha SaulIn wenigen Tagen, am 11. Dezember 2015, wird hier an der Christuskirche in Bochum der „Platz des europäischen Versprechens“ offiziell der Bevölkerung der Stadt übergeben. Das Datum bildet damit den Abschluss eines mehr als 10 Jahre dauernden Prozesses, in dem die Idee zu diesem Platz mehrfach zu scheitern drohte.
Mehr als 14.000 Bürgerinnen und Bürger aus Europa haben für dieses Kunstwerk des Künstlers Jochen Gerz Europa ein Versprechen gegeben. Ein stilles Versprechen. Nur sie allein wissen, was sie versprochen haben. Nur ihre Namen sind in den Platz vor der Kirche im Herzen Bochums eingraviert.
Was für eine wundervolle Idee war das eigentlich, damals im Jahr 2004? Menschen bekennen sich zu Europa als einem Ort, der für Freiheit, Entfaltung, Demokratie und Weltoffenheit steht. Eine Idee eines lebendigen Europas, das nicht durch Territorien und Grenzen, sondern vor allem durch seine Bürgerinnen und Bürger gebildet und gestaltet wird.
Diese Idee steht in diesen Zeiten ernsthaft zur Disposition. Immer mehr zeigt es sich, dass die Idee des „offiziellen“ Europas vor allem von finanziellen und wirtschaftlichen Interessen geprägt war. Und so lange sich Herausforderungen und Interessenkonflikte noch mit Geld lösen ließen, schien die europäische Idee „in Ordnung“ zu sein.
Nun machen sich Hunderttausende Menschen auf den Weg in eben dieses Europa. Sei es, weil sie vor Krieg, Gewalt und Terror flüchten oder aus wirtschaftlicher Not, die oftmals nicht zuletzt aufgrund unseres eigenen Konsumverhaltens oder geostrategischer Interessen verursacht wurde. Die Herausforderungen, die dieser Zustrom von Menschen mit sich bringt, die in Europa ihren Frieden und ihr Glück suchen, lässt sich nicht allein mit finanziellen Mittel lösen. Europa ist reich genug, diese Menschen aufzunehmen.
Die Herausforderungen liegen auf ganz anderen Ebenen. Sie sind kultureller Natur. Sie sind eine echte Nagelprobe für das, was in Friedenspreis-Reden und anderen großen Ansprachen gern als „europäische Werte“ bezeichnet wird. Doch was genau sind diese Werte? Gibt es sie? Was macht diese europäischen Werte aus? Sind wir wirklich so weltoffen, wie wir vorgeben zu sein? Wie steht es um die Bildung in Europa, die Kultur, die Wissenschaft?
Wir haben in diesen Tagen drängende Fragen zu beantworten. Unsere Politik, aber auch jede und jeder von uns selbst. Was ist uns unsere Freiheit wert? Was ist uns auch die Freiheit der Anderen wert? Wissen wir unser Glück, in demokratischen Gesellschaften zu leben, überhaupt zu schätzen? Was ist uns unsere Bildung wert? Unsere Kultur, unsere Kulturen? Wie gehen wir in diesem Europa miteinander um? Gibt es überhaupt noch so etwas wie eine gemeinsame Idee? Eine Vorstellung dessen, wofür dieses Europa abseits wirtschaftlicher Prosperität noch stehen könnte?
ChristuskircheJochen Gerz und ich rufen auf zu einer Blogparade zum Thema „Mein europäisches Versprechen“. Wie sieht er aus, unser konkreter Beitrag zu einem freien, friedlichen Europa, das unsere unterschiedlichen Kulturen als Bereicherung begreift? Wie können wir grenzüberschreitend an einer echten gemeinsamen Identität arbeiten, deren Werte nicht materieller, sondern kultureller Natur sind? Was sind unsere Begeisterungsfaktoren für Europa abseits von Urlaubsreisen und Städtetrips?
Wir möchten gerade in diesen bewegten Zeiten, in denen vielerorts nationalistische Töne an Lautstärke zulegen und immer wieder die Idee eines weltoffenen, humanistischen Europas in Frage gestellt wird, einen Kontrapunkt setzen und einen Diskurs über die europäischen Werte beginnen. Es wäre wunderbar, wenn wir neben dem physischen Platz des europäischen Versprechens auch einen virtuellen Platz europäischer Versprechen schaffen. Einen Platz voller kultureller, lebendiger Vielfalt. Einen Platz, auf dem Visionen diskutiert werden. Einen Platz, auf dem mit Leidenschaft aber in gegenseitigem Respekt gestritten wird. Einen Platz, auf dem gelebt, gefeiert, gelacht, geweint, getanzt und vorgetragen und zugehört wird. Ein Platz, der keine Grenzen kennt und offen ist für alle, die ihn gestalten wollen.
Unter diesem Artikel werden wir alle Beiträge verlinken. Das Hashtag zur Blogparade lautet #europeanpromise.
Wir hoffen auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie auf engagiertes Teilen und Kommentieren. Ganz herzlichen Dank schon jetzt an alle, die einen Beitrag leisten.
Glück auf!

© http://www.no-art.info/gerz/projekte.html