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MANIFEST ZUR VULGAR-SHOW  1960

Publiziert in: Lurie, Boris; Krim, Seymour: NO!art, Köln 1988
Dieses Manifest der March Gruppe ist eines von tausend zahllosen, unerwünschten und unbegründeten Manifesten, die diese Gruppe herausgegeben hat über Themen wie Kunst, von der sie nicht das geringste versteht.

GESCHWINDIGKEITSKRANKHEIT

Kunst hat aufgehört. Welt und Sein brachen zusammen. Wer bist du? In dieser Öde ist Unsichtbarkeit fruchtbar. Wer sind wir? Die Erde ist eine Schmalspur zum Schlachthaus. Wie sich diese Wirbelsäule aus Atombomben zwischen Briefkästen und Gliedmaßen räkelt, das erquickt das abgeschirmte Auge, das schwindelt Pässe in das Paradies. Verbrechen. Ordinär? So beginnt das neue Todesröcheln in offenen, verdeckten und verkehrten Tonarten. Glauben sie, Heirat bleibt Heirat und Dreirad bleibt Dreirad? Unsichtbarkeit! Denke Unsichtbarkeit! Trink Umdrehungen! Strecke dich zum Himmel! Kunst hat Fluchtgeschwindigkeit vor dem Ich erreicht, sie lotet Schlafzimmer aus, Boudoirs, Bordelle, Banken, Irrenhäuser und Atombomben. Was noch. Taxis, Tierausstopfer, Tabernakel, Taranteln, Tubas und Telefone.
Es gab eine Zeit,
als der Mensch sich mit Lichtgeschwindigkeiten auseinander setzte, Leute über ihre Hausdächer schwebten, Pyramiden entstanden und Megalithen, Archen Noahs. Jetzt ist die Trägheit in Flammen. Können wir uns noch einmal dem Todestempo der H-Bombenexplosionen entgegenstellen und unseren Leib aus Lehm bewahren oder müssen wir mit ansehen, wie das Kaleidoskop der Farbe in die Geschwindigkeitskrankheit dieses jüngsten Tages eingemauert wird?
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