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Frank-Kirk Ehm-Marks | NO!art involvement DE | EN
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N O ! a r t  ist
die strategische
Kreuzung,
auf der sich
künstlerische
Produktion und
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kulturelle Aktionen
begegnen.

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Im Jahr des Mauerbaus wird Frank-Kirk Ehm-Marks in die Welt geworfen, die rein zufällig Bad Kreuznach heißt. Als Mitglied einer Klischee-Familie — 10 Kinder, fast alle waren im Knast, ein Teil lebte in der DDR, der andere im Westen ohne jemals gemeinsamen Kontakt gehabt zu haben — ist sein Lebensweg von Anfang an mit dem Kainsmal "asozial" überschattet. Unterbrochen von Heimaufenthalten wächst er beim Stiefgroßvater in der beschaulichen Idylle der Gartenstadt Spandau in West-Berlin auf.

Hierhin wird er verbracht und temporär geparkt in den Hausstand eines sendungsbewussten Altkommunisten, der mit der körperlichen und geistigen Entwicklung seines Enkels oft überfordert war, Menetekel abweichenden Verhaltens mit preußischer Härte sanktionierte, dahinter nur familiär bedingte "Asozialität" vermutete. Gewichtiger Straftatbestand der DDR, verbales Totschlagsargument gegenüber jedem Nicht-Angepassten in diesem vermeintlich besseren Teil Deutschlands. Mit 15 Abbruch der Schule ohne Abschluss, ohne richtig lesen und schreiben zu können. Ausbruch und Flucht in die Drogen- und Stricher-Szene vom Bahnhof Zoo, Erfahrung von Obdachlosigkeit und Sucht — dann Anschluss an die Berliner-Hausbesetzer-Szene.

Mitte der Achtzigerjahre fast 7 Jahre anhaltender Einbruch der Nüchternheit, es entsteht ein umfangreiches grafisches und literarisches Werk. Kontakte zur internationalen Mail-Art-Szene vibrieren und verlieren sich genauso rasant wie die Freundschaft zu Uwe Morawetz, Aktivist der Schwulen-Szene, dem virilen Wegbereiter so unterschiedlicher Projekte wie Social Beat und der esoterisch angehauchten Friedens-Universität Potsdam unter der Schirmherrschaft des Dalai Lama.

Wichtigster Bezugspunkt aber wird die Kreuzberger Punk-Galerie und Sozialstation "endart", wo unter der Regie des unbeirrbaren Porno-Trash-Piloten Klaus Theuerkauf in den 90ern unter anderen Blalla W. Hallmann, Reinhard Scheibner und Stu Mead ausstellen. Endlich ein Mutterschiff erreicht, eine menschliche Heimstätte gefunden: Obszessiv und kaputt ist die Eigeninszenierung aller Anwesenden, die Grenzziehung zwischen Kunst und Leben obsolet, die Aggression gegenüber der Realgesellschaft Konsens — und genau hier ist eine Bündelung wütender Reflexe auf die Außenwelt zu spüren. Credo: Diese Welt ist kränker als du leben und malen kannst! Hier finden Ehm-Marks' Bilder, ihre bizarr-poetische Variante von Art brut, kurzzeitige Anerkennung und Käufer.

Der unverhoffte Erfolg führt ungebremst in die nächste Absturzphase. Heroin und Methadon werden für 9 Jahre seine auszehrenden Glücksverhinderer, erst Anfang 2003 schafft er einen vielleicht endgültigen Absprung. Auto-Heroin ist der Name für sein hellsichtig kastriertes Überlebenskunst-Projekt — Erik Steffen, Berlin 2004

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