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RETRO 2002 | SYMPOSIUM NO!art — Programm

HOCHSCHULE FÜR
GRAFIK UND BUCHKUNST
LEIPZIG
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BEITRAG SCHWEDE
BEITRAG GRIMBERG
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IM NO!archiv

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig vom 18. bis 24. Juni 2002
Organisation: Inga Schwede und Eiko Grimberg, Leipzig

NO!art und JEW-ART

Dienstag, 18.06.02 # 19.00 Uhr HGB, R. 2.41

Ikonoklasmus und Blasphemie als Strategie agressiver Inkorrektheit. [Georg Bussmann, Düren]. Ein Vortrag zur Ästhetik der Erschütterung zur Herstellung von Fassungslosigkeit als Widerspruch zu falschem Bescheidwissen und »falschem Leben«.

BORIS LURIE

Donnerstag, 20.06.02 # 19.00 Uhr HGB, R. 3.48

Ausschnitte aus Interviews mit dem NO!art-Künstler Boris Lurie und der ehemaligen Galeristin Gertrude Stein, New York 2002

NO!art und die DIALEKTIK der AUFKLÄRUNG

Freitag, 21.06.02 # 19.00 Uhr HGB, R. 2.41

Negierende Ästhetik oder der Schock der moralischen Visualität [Rainer Rumold, Northwestern University / Chicago]. Vielleicht 15 Jahre nachdem Adorno und Horkheimer, im Exil in den Vereinigten Staaten, die Dialektik der Aufklärung vollendeten (1944; hrsg. 1947), verhandelte NO!art noch einmal die Fragen von Juden als Objekte grenzenloser Gewalt und Frauen als Sexobjekten. Im New York der späten 50er und frühen 60er brachte der Holocaustüberlebende Boris Lurie und Andere diese Probleme in eine Nähe zueinander, die sich ­ auf dem Gebiet des Visuellen ­ als so explosiv herausstellte, daß der mainstream der Kunstinstitutionen bis zum heutigen Tag diesen Schock nicht wirklich verarbeitet und verstanden hat. Das Dilemma einer adäquaten Rezeption von NO!art in der postmodern kritischen Arena scheint in dem sich widersprechenden Umstand zu liegen, daß die moralischen Ansprüche NO!arts marxistische sind und ihre Bildsprache als unmoralisch missverstanden wird.

ZU VIELE BILDER

Montag, 24.06.02 # 19.00 Uhr HGB, R. 2.41

...zu oft gesehen? Gegen die angebliche Trivialisierung des Holocaust durch Comics [Ole Frahm/Hamburg]. Der Diskurs über den Holocaust und der Diskurs über Comics schneiden sich an der Frage, ob nicht zu viele Bilder zu oft gezeigt werden. Es ist von einer »Bilderflut« die Rede, die bei diesen verdummt und bei jenem die historische Aufklärung verhindert. Der Lichtbildvortrag mit einigen unbekannten Comic-Beispielen wird ausgehend von der NO!art zeigen, daß die Kritik an der Quantität von der Frage ablenkt, was die Bilder überhaupt über den Holocaust aussagen. Gerade die Bilderreihung im Comic ermöglicht ­ wie Art Spiegelmans Maus eindrücklich zeigt ­ die genaue Reflexion und Kritik dieser Bilder.